Einflussfaktoren auf die Sprachentwicklung

Welche Faktoren beeinflussen die Entwicklung der Sprache?

Sprachentwicklung ist niemals passiv – die Sprache entwickelt sich permanent, genau wie auch Kinder andauernd sich weiterentwickeln. Es gibt aber interne und externe Faktoren, die die Geschwindigkeit der Sprachentwicklung beeinflussen.

Interne Faktoren sind beispielsweise die folgenden:

  • Die Motivation, gut zu sprechen: Wenn ein Kind spürt, dass es sprechen muss, dann wird es dies immer wieder probieren, bis es Erfolg hat. Wenn ein Kind allerdings fühlt, dass es auch ohne korrekte Sprache seinen Willen bekommt, dann verringert sich seine Motivation, richtig zu sprechen
  • Krankheitlich bedingte Störungen der Sprachentwicklung: Ein Kind kann Hörprobleme aufweisen, phonologische Probleme beim Hören und Sprechen besitzen oder stottern. Weitere Krankheiten, die die Sprachentwicklung beeinflussen, sind Legasthenie, Aphasie (Verlust des Sprachvermögens) und Alexie (Verlust des Lesevermögens)

Externe Faktoren sind die folgenden:

  • Das Sprachniveau der Eltern und Lehrer: Je besser das Sprachniveau der Eltern und Lehrer und weiterer Einflusspersonen ist, desto besser wird sich die Sprache eines Kindes entwickeln
  • Die Motivation der Eltern und Lehrer, dem Kind den Umgang mit der Sprache beizubringen. Es ist wichtig, dass die Eltern und Lehrer die hohe Bedeutung der Sprache dem Kind vermitteln, so dass es Sprache als ein Instrument zum Lernen, als Schlüssel zum Verständnis der Umwelt, und als wichtigen Faktor für „Spaß-haben“ versteht

In der zweisprachigen oder mehrsprachigen Erziehung spielen verschiedene interne und externe Faktoren eine hohe Rolle, insbesondere für die Entwicklung der Sprache, die nicht die „Umgangssprache“ am Wohnort ist

Den folgenden Faktoren wird eine hohe Bedeutung bei der Sprachentwicklung von zwei- oder mehrsprachig aufwachsenden Kindern beigemessen:

  • Die konstante Beibehaltung der einmal festgelegten Sprachregeln (z.B. Vater spricht immer Deutsch mit Kindern, Mutter immer Spanisch)
  • Die Akzeptanz des gesellschaftlichen Umfelds, dass die Kinder auch eine andere Sprache sprechen (beispielsweise mit ihrer Mutter in Spanisch reden)
  • Der Übergang zu neuen Umfeldern für die Kinder, wie Beginn des Kindergartens, der Grundschule, der weiterführenden Schule.  Hier entwickelt sich die „Umgangssprache“ oft deutlich, und es bedarf besonderer Anstrengungen und Disziplin, die zweite Sprache „mithalten“ zu lassen
  • Außergewöhnliche Einschnitte in den Lebensumständen und im familiären Umfeld, wie beispielsweise Geburt von Geschwistern, Scheidung, Tod oder auch Umzüge

Es gibt auch externe Faktoren, die die „schwache“ zweite Sprache auf einmal zur stärkeren Sprache werden lassen, wie beispielsweise der Umzug in ein Land, in der diese Sprache gesprochen wird, oder der Besuch einer internationalen Schule.

Wenn wir das Niveau der Sprache der Kinder beurteilen, dürfen wir nie vergessen, dass dies eine Momentaufnahme ist. Worauf es wirklich ankommt, ist nicht immer nur, wie gut unser Kind jetzt gerade entwickelt ist, sondern vielmehr, welche Möglichkeiten wir gemeinsam schaffen, dass das Kind sich so gut wie möglich in seiner Sprache entwickelt.

Wussten Sie, dass eine gute Entwicklung der „Hauptsprache“ positiv die Entwicklung der zweiten (und weiterer) Sprache(n) beeinflusst!

Man darf nicht vergessen, dass die Sprache nur ein Instrument der Kommunikation ist, das uns hilft unsere Bedürfnisse, Gefühle und Erfahrungen zu übermitteln.

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